Buchtipp: „Das Spinoza-Problem“ von Irvin D. Yalom

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Heute: „Das Spinoza-Problem“ von Irwin D. Yalom.

Wovon handelt das Buch?

Es erzählt die Lebensgeschichte zweier Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten: die des rationalistischen, jüdischen Philosophen Baruch de Spinoza im 17. Jahrhundert und die von Alfred Rosenberg, dem Chef-Ideologen Adolf Hitlers. 

Alfred Rosenberg ist glühender Antisemit, aber er ist besessen von der bestechenden Logik der Philosophie des Baruch Spinoza.

Das Buch beschreibt abwechselnd den Lebensweg von Spinoza (wird wegen seiner „aufrührerischen“ Gedanken durch die Rabbiner mit einem lebenslangen Bann aus der jüdischen Gemeinschaft ausgeschlossen, lebt und arbeitet danach in großer Abgeschiedenheit) und Alfred Rosenberg (leidet lebenslang unter Minderwertigkeitskomplexen, projiziert seinen Hass auf das Judentum und entwickelt die pseudo-wissenschaftliche Basis für die nationalsozialistische Lehre, endet nach den Nürnberger Prozessen am Galgen).

Was hat mich an dem Buch gefesselt?

Zwei Dinge:

Yalom vermittelt eine verständliche Einführung in die komplexe, mit geometrischer Genauigkeit konzipierte Lehre Spinozas. Mit seiner Philosophie stellt er auf einen Schlag alle Religionen der Welt in Frage – klar dass seine Werke sowohl bei den Juden als auch bei den Christen sofort verboten wurden. Über sein Leben weiß man nicht viel, aber die (weitgehend fiktive) Lebensgeschichte liest sich gut und spannend.

Die damit verwobene Geschichte des Alfred Rosenberg macht deutlich, wie klein die „Kernmannschaft“ des Nationalsozialismus war, die Deutschland ins Verderben stürzte – und welche niedrigen Motive (siehe Rosenbergs Minderwertigkeitskomplexe) dahinter standen.

Fazit

Ein Buch mit fesselndem Spannungsbogen, prägnanten Charakteren und einer angenehm dosierten Portion Wissen über einen der wichtigsten Philosophen aller Zeiten – eingewoben in deutsche Geschichte, die leider immer noch nicht zu Ende ist. 

Der Reisetip zum Buch

Macht Euch ein schönes Wochenende in Holland und wandelt auf Spinozas Spuren. Empfehlenswert ist zum Beispiel das Spinoza-Haus in Rijnsburg, ganz in der Nähe von Den Haag. Oder Ihr stattet dem Grab des Benedictus de Spinoza einen Besuch ab. Es befindet sich im Garten der Nieuwe Kerk in Den Haag.

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